| Marc Pelzer | Fabian Wiestner
Zufrieden blickte Eldric Valerian, der Herzog von Varnas in den Spiegel. Seit jeher liess er sich eine neue Robe für das jährliche Bankett schneidern. Dieses Jahr hatte sein Schneider sich wieder selbst übertroffen. Das leichte Samt Wams war in einem intensiven Rot gehalten und war mit goldenen dicken Nähten durchzogen. Dazu waren Edelsteine in goldene Fassungen eingelassen und schmückten seine Brust. Es war ein leicht zu tragendes Stück Kleidung das jedoch nach aussen sehr schwer und mächtig wirkte, genau nach seinem Geschmack. Sein Kammerdiener hatte bereits Stunden verbracht ihn auf die Feier vorzubereiten, indem er den Bart und die Haare gewaschen und frisiert hatte. Ausserdem war der Herzog parfümiert worden und roch nun nach schwarzem Pfeffer, Sandelholz, Rose und Amber. Wenn Eldric Valerian zum Fest einlud, sollte nichts dem Zufall überlassen werden. Er wendete sich vom Spiegel ab und drehte sich zu seinem treuen Kammerdiener: “Ist es Zeit, um auf dem Fest einzutreffen?”
“Euer Gnaden, die zehnte Stunde wird bald schlagen, jedoch habt ihr noch genügend Zeit. Wollen euer Gnaden aufbrechen?”, erkundigte sich dieser.
“In der Tat, ich freue mich auf meine Gäste. Bitte reicht mir meinen Umhang.”
Um den Herzog warm zu halten, hatte sein Schneider ihm ebenfalls einen dicken dunkelroten Umhang angefertigt, der an den Schultern an versteckten Schnallen am Wams befestigt werden konnte. Dem Schneider eine Belohnung ausstellen, plante der Herzog in Gedanken.
Die dicken Türen seines Gemachs wurden geöffnet und er trat in den Gang hinaus. Es war angenehm auf den uralten, aber gepflegten und edlen Teppichen zu laufen, welche sein Urgrossvater aus der Wüstenstadt Hadad erhalten hatte. Noch immer waren ihre satten Farben und komplexen Muster wie am ersten Tag zu sehen. Bereits vor der von Wachen flankierten Türe zum grossen Saal war das köstliche Essen zu riechen und die Gäste zu hören. Eldric nahm einen tiefen Atemzug und nickte den Wachen zu. Die Tür öffnete sich, ein Schwall aus Wortgemenge und Gerüchen kam ihm entgegen und Trompeten erklangen, um sein Eintreten anzukündigen.
Das Geplapper der Gäste verstummte und ihre Blicke richteten sich auf ihren Gastgeber, welcher begleitet von seiner Hofmagierin und seinem Haushofmeister auf den Thron zuschritt. Stumme Begeisterung füllte den Raum. Denn der Herzog in seinem edlen Gewand, die Magierin in ihrem leuchtenden Kleid und der Haushofmeister in seiner schwarz-goldenen Uniform, machten einen majestätischen Eindruck. Am Thron angekommen richtete sich der Herzog an die Menge: “Meine Gäste, willkommen auf dem dreiundfünfzigsten Bankett hier am Hofe Varnas. Möget ihr euch erfreuen an den Köstlichkeiten, die wir aus aller Lande herbrachten!” Der Herzog wurde ein silberner Kelch mit Wein gereicht, der im Licht des Raumes schimmerte. “Lang lebe das Herzogtum!”, rief er seinen Gästen zu, worauf diese antworteten: “Lang lebe der Herzog!” Einen Schluck später lief das Fest wieder in vollem Gang.
Yaena unterhielt sich, wie es für Ihre Position bestimmt war, mit vielen Fürsten oder anderweitigen politischen Repräsentanten anderer Herzogtümer. Sogar mit Elara von Delmond, der Enkelin des ehemaligen Königs, wechselte einige Worte mit ihr, während sie darauf wartete, mit dem Herzog sprechen zu können. Sie brachte ihre Bewunderung für die zahlreichen Lichtzauber, welche Yaena im Saal verteilt hatte, zum Ausdruck, was ihr natürlich schmeichelte. In der Tat hatte es lange gedauert genügend langlebige und starke Zauber in Form zu binden und diese dann so zu platzieren, dass keine Ecke des Saales dunkel würde. Abgesehen von einigen kleinen Ausnahmen waren die Gespräche jedoch sehr oberflächlich und Yaena empfand sie nicht als Frohlockung, sondern eher als unschöne Notwendigkeit. Zu ihrem Glück empfand der Herzog seine Gespräche jedoch als wahre Freude, was durch sein angeregtes Lachen nur schwer zu überhören war. Es dauerte nicht lange, da zog sich der Herzog mit einigen Gästen an einen der hinteren, für ihn reservierten Tische zurück, um privatere Angelegenheiten zu besprechen. Als Yeana seiner munteren Gesellschaft hinterherschaute, fiel ihr ein junger Mann auf, welcher ein edles aber eher schlichtes rot-silbernes Hemd trug. Er inspizierte den Tisch und hielt dann Distanz, um dem Herzog seinen Freiraum zu lassen. Yaena ertappte sich beim Bewundern seines leicht gelockten, wilden Haars, das im warmen Licht des Saals bei jeder Bewegung schimmerte. Sie sah an den wohlgeformten, breiten Schultern herab und erspähte Abzeichen. Der Mann musste der Hauptmann der Wache sein. Geomon oder Gemon war sein Name, irgendetwas mit G, dachte sie sich und verlor sich kurz im Moment.
Der Mann spürte scheinbar den Blick und drehte sich um. Ihre Blicke trafen sich, Yaena schaute ertappt zur Seite. Sie schritt schnell zur Seite die einigen Stufen hinab auf den nächsten Tisch zu, um sich etwas zu Essen zu schnappen und der Situation zu entfliehen.
Die silbernen Teller waren gefüllt mit allerlei Köstlichkeiten, es war schwierig sich bei so einer Auswahl festzulegen. Kurz überlegte sie, jedoch griff die Hofmagierin dann zielstrebig nach den kleinen Geflügelpasteten, ihrem Lieblingsgericht, da diese eine wahnsinnig leckere Senfsauce beinhaltete. “Gute Wahl, die Pasteten sind wirklich gut!”, hörte sie eine Stimme neben sich. Sie drehte den Kopf, blickte in das lächelnde Gesicht des Hauptmanns und verschluckte sich.
“Euer Gnaden, die zehnte Stunde wird bald schlagen, jedoch habt ihr noch genügend Zeit. Wollen euer Gnaden aufbrechen?”, erkundigte sich dieser.
“In der Tat, ich freue mich auf meine Gäste. Bitte reicht mir meinen Umhang.”
Um den Herzog warm zu halten, hatte sein Schneider ihm ebenfalls einen dicken dunkelroten Umhang angefertigt, der an den Schultern an versteckten Schnallen am Wams befestigt werden konnte. Dem Schneider eine Belohnung ausstellen, plante der Herzog in Gedanken.
Die dicken Türen seines Gemachs wurden geöffnet und er trat in den Gang hinaus. Es war angenehm auf den uralten, aber gepflegten und edlen Teppichen zu laufen, welche sein Urgrossvater aus der Wüstenstadt Hadad erhalten hatte. Noch immer waren ihre satten Farben und komplexen Muster wie am ersten Tag zu sehen. Bereits vor der von Wachen flankierten Türe zum grossen Saal war das köstliche Essen zu riechen und die Gäste zu hören. Eldric nahm einen tiefen Atemzug und nickte den Wachen zu. Die Tür öffnete sich, ein Schwall aus Wortgemenge und Gerüchen kam ihm entgegen und Trompeten erklangen, um sein Eintreten anzukündigen.
Das Geplapper der Gäste verstummte und ihre Blicke richteten sich auf ihren Gastgeber, welcher begleitet von seiner Hofmagierin und seinem Haushofmeister auf den Thron zuschritt. Stumme Begeisterung füllte den Raum. Denn der Herzog in seinem edlen Gewand, die Magierin in ihrem leuchtenden Kleid und der Haushofmeister in seiner schwarz-goldenen Uniform, machten einen majestätischen Eindruck. Am Thron angekommen richtete sich der Herzog an die Menge: “Meine Gäste, willkommen auf dem dreiundfünfzigsten Bankett hier am Hofe Varnas. Möget ihr euch erfreuen an den Köstlichkeiten, die wir aus aller Lande herbrachten!” Der Herzog wurde ein silberner Kelch mit Wein gereicht, der im Licht des Raumes schimmerte. “Lang lebe das Herzogtum!”, rief er seinen Gästen zu, worauf diese antworteten: “Lang lebe der Herzog!” Einen Schluck später lief das Fest wieder in vollem Gang.
Yaena unterhielt sich, wie es für Ihre Position bestimmt war, mit vielen Fürsten oder anderweitigen politischen Repräsentanten anderer Herzogtümer. Sogar mit Elara von Delmond, der Enkelin des ehemaligen Königs, wechselte einige Worte mit ihr, während sie darauf wartete, mit dem Herzog sprechen zu können. Sie brachte ihre Bewunderung für die zahlreichen Lichtzauber, welche Yaena im Saal verteilt hatte, zum Ausdruck, was ihr natürlich schmeichelte. In der Tat hatte es lange gedauert genügend langlebige und starke Zauber in Form zu binden und diese dann so zu platzieren, dass keine Ecke des Saales dunkel würde. Abgesehen von einigen kleinen Ausnahmen waren die Gespräche jedoch sehr oberflächlich und Yaena empfand sie nicht als Frohlockung, sondern eher als unschöne Notwendigkeit. Zu ihrem Glück empfand der Herzog seine Gespräche jedoch als wahre Freude, was durch sein angeregtes Lachen nur schwer zu überhören war. Es dauerte nicht lange, da zog sich der Herzog mit einigen Gästen an einen der hinteren, für ihn reservierten Tische zurück, um privatere Angelegenheiten zu besprechen. Als Yeana seiner munteren Gesellschaft hinterherschaute, fiel ihr ein junger Mann auf, welcher ein edles aber eher schlichtes rot-silbernes Hemd trug. Er inspizierte den Tisch und hielt dann Distanz, um dem Herzog seinen Freiraum zu lassen. Yaena ertappte sich beim Bewundern seines leicht gelockten, wilden Haars, das im warmen Licht des Saals bei jeder Bewegung schimmerte. Sie sah an den wohlgeformten, breiten Schultern herab und erspähte Abzeichen. Der Mann musste der Hauptmann der Wache sein. Geomon oder Gemon war sein Name, irgendetwas mit G, dachte sie sich und verlor sich kurz im Moment.
Der Mann spürte scheinbar den Blick und drehte sich um. Ihre Blicke trafen sich, Yaena schaute ertappt zur Seite. Sie schritt schnell zur Seite die einigen Stufen hinab auf den nächsten Tisch zu, um sich etwas zu Essen zu schnappen und der Situation zu entfliehen.
Die silbernen Teller waren gefüllt mit allerlei Köstlichkeiten, es war schwierig sich bei so einer Auswahl festzulegen. Kurz überlegte sie, jedoch griff die Hofmagierin dann zielstrebig nach den kleinen Geflügelpasteten, ihrem Lieblingsgericht, da diese eine wahnsinnig leckere Senfsauce beinhaltete. “Gute Wahl, die Pasteten sind wirklich gut!”, hörte sie eine Stimme neben sich. Sie drehte den Kopf, blickte in das lächelnde Gesicht des Hauptmanns und verschluckte sich.
