| Marc Pelzer | Reynal Juliandy
Tirion sass immer noch in der Hütte Thulis. Die Schamanin hatte ihn gebeten, bei ihr zu bleiben, während die Krieger den Angriff der immer noch Unbekannten abwehrten. Es war noch nicht einmal Mitternacht da hatte der Kampflärm begonnen. Die Geräusche, welche über die Ebene hallten, waren schrecklich. Eine Mischung aus Schreien, Rufen und dem Brüllen von wütenden Tieren. Obwohl die Geräusche gedämpft waren und nur leicht in die Hütte drangen, war es unfassbar beklemmend für ihn. Die alte Frau sagte kein Wort. Sie hatte sich hingesetzt und starrte seit Stunden auf die grosse, weisse Kerze, welche sie auf den Tisch gestellt hatte. Er fühlte sich eingeschlossen und machtlos in dieser kleinen hölzernen Hütte, jedoch wagte er es nicht seine Hilfe anzubieten und sich damit dem Wunsch der Schamanin entgegenzustellen. Dann hörte er dumpf Schritte vor der Hütte. Ihm jagte ein Schauer über den Rücken. Augenblicklich strafften sich seine Muskeln und er überlegte sich welche Möglichkeiten ihm beim Kampf in einer brennbaren Umgebung blieben. Die Tür öffnete sich. Eine blutbedeckte Frau trat herein. “Der nördliche Eingang ist verloren.”, rief sie, “Wir müssen sie in Sicherheit bringen.” Thuli gab sich wenig beeindruckt. “Wenn der Gott des Waldes mein Leben hier beenden möchte, so wird er dies tun.” “Schwachsinn!”, blaffte die Frau aufgeregt, “Ich habe keine Zeit, kommt mit.” “Ich bleibe!” Die Stimme der Alten liess keinen Widerspruch zu. Mit Bedauern in der Stimme sprach die Kriegerin: “Lebt wohl, ehrenwerte Schamanin. Möge euch die ewige Weite in Freuden aufnehmen.” Dann drehte sie sich zu Tirion. “Was ist mit euch Fremder?” Er dachte kurz nach. Dann schüttelte er den Kopf. Die Kriegerin fluchte laut und verschwand dann in der Nacht. Tirion dachte gar nicht daran, die alte Frau hier sterben zu lassen. Er war ein ausgebildeter Magier der Gilde des Feuers. Seine Magie war ein Trumpf, den er bereit war auszuspielen. Er wandte sich der alten Schamanin zu, schaute sie an und schritt dann ebenfalls hinaus.
Die Luft der Nacht war eisig. Der Kampflärm war schon bis ins Dorf gedrungen. Scheinbar wurden die Krieger von den Angreifern nun schon im Dorf zurückgedrängt. Tirion rückte seine rote Robe zurecht. Wie damals in der Ausbildung zog er die Kapuze über. Ausserdem, um der Kälte der Nacht zu widerstehen, zog er den ebenfalls roten Schal über das Gesicht. Dann hob er beide Hände zum Himmel. Er liess einen Feuerball in die Höhe schiessen, wie er es als Schreckmittel gegen wilde Tiere verwendete, nur viel grösser. Der Feuerball zischte und teilte sich in Feuerstrahle, welche sich in alle Richtungen verbreiteten und dabei immer dünner wurden. Das Licht des Feuers liess ihn einen Blick auf den Kampf erhaschen, welcher einige Hütten weiter tobte: Ein einzelner Kämpfer des Stammes stellte sich mit seinem Hirsch gleich fünf in dunklen Kutten verborgenen Feinden gegenüber. Die Arme waren von Schnitten übersäht und Blut tropfte über eine Hand. Mit Gebrüll schwang der Krieger eine grosse Axt, wodurch er den hervorschnellenden mit Schwertern bewaffneten Schattengestalten den Raum für einen Angriff nahm. Ähnlich tat es der Bär mit seinen Messerscharfen Klauen. Um ihn stand es jedoch schlecht. Das Fell war komplett getränkt von dunklem Rot und eine grosse Wunde auf seinem Rücken entblösste einen Lappen Fleisch. Die werden nicht mehr lange durchhalten, dachte Tirion.
Er rannte zwei Häuser weiter, bis er nur wenige Meter vor dem Kampfgeschehen entfernt war. Zwar war der Fernkampf gerade gegen mehrere Gegner sicherer, doch verbrauchte dieser zu viel magische Kraft, da die Kontrolle über das Feuer mit der Distanz exponentiell erschwerte. Er entschied sich für einen einfachen, aber sehr wirkungsvollen Spruch. Er streckte einen Arm aus und zielte damit auf die hin und her springenden schwarzen Silhouetten. Dann sammelte er sein magisches Potential tief im Bauch und liess es sprunghaft durch seine Seite in die Hand schiessen, wo er es zu einem Feuerball formte. Der erste faustgrosse Feuerball schoss aus seiner Hand hervor und erwischte mit voller Wucht den ihm nächsten Angreifer. Die Kraft des Aufpralls riss ihn von den Füssen und er ging schreiend in Flammen auf. Der Kampf hielt kurz inne und alle Beteiligten schauten sich um. Da schoss bereits der nächste Feuerball auf sich zu, verfehlte aber den ausweichenden Schwertkämpfer und traf krachend auf die Strasse. Das Überraschungsmoment war damit aufgeflogen. Doch hatte der Tiermensch mit seinem Gefährten sofort verstanden, sie stürzten sich mit neuem Mut in den Kampf.
Doch stand der Bär nun schon sechs Gegner gegenüber und sie hatten den Moment genutzt, um ihn einzukreisen. Ohne die Feuerbälle zu beachten, welche der Magier in ihre Richtung schoss machten sie den Bären gnadenlos nieder. Die Schwerter blitzten auf und schossen wie Nadeln aus allen Richtungen auf das Tier ein. Der Bär tobte und bäumte sich auf zwei Beinen auf und hieb nach seinen Widersachern, jedoch ohne Erfolg. Die Bewegungen wurden langsamer, doch die Hiebe gingen weiter, bis der Bär am Boden lag. Das gleiche durfte nicht mit dem Kämpfer passieren. Dafür musste Tirion sorgen. Doch hielten die Angreifer über dem Bären kurz still, hoben ihre Schwerter und grölten etwas. Es hörte sich nicht an wie ein Siegesschrei, sondern war er sprechrythmisch wie ein Gebet. Die Entscheidung dies zu tun war allerdings ihr aller Untergang, denn Tirion formte mit beiden Händen einen Feuerkreis um sie. Die hohen Flammen liessen kein Entkommen zu. Dann zog er den Kreis enger und liess schliesslich das Innere mit einem, vor Anstrengung ausgestossenen Schrei, in einem Flammenmeer aufgehen. Die Macht floss durch seinen Körper und berauschte ihn, obwohl er schockiert von der eigenen Grausamkeit war. Sowohl die Angreifer wie auch der bereits tote Bär standen in hellem, heissem Feuer. Verzweifelt versuchten sie sich unter Stöhnen und Schreien am Boden zu walzen, um den Flammen zu entkommen. Die Flammen kannten keine Gnade und frassen sich mühelos durch Stoff, Leder und Haut. Dann suchte Tirion den Kampf der beiden verbliebenen Kämpfer. Diese hatten sich zwischen zwei Hütten begeben wo der Stammeskämpfer, an die Wand gedrängt, keine guten Chancen hatte sich gegen die Hiebe des Schwertes zu wehren. Nur mit Mühe liess er langsam die Axt steigen und sinken, um zu parieren. Dann sah der Magier, wie nach einem heftigen Schlag die Axt aus der Hand glitt. Tirion schoss los. In der Bewegung konzentrierte er sich auf das Schwert des Angreifers und liess so viel Hitze hineinfliessen wie irgendwie möglich war. Das spürte auch der Träger, welcher das rasch glühende Heft überrascht fallen liess. Der Tiermensch bäumte sich mit letzter Kraft auf und verpasste ihm einen Faustschlag mit der noch nicht verletzten Hand. Schon war der Magier angekommen und trat das Schwert ausser Reichweite. “Wir brauchen ihn lebend!”, schrie er den nach einem im Gürtel steckenden Messer greifenden Krieger an. Dieser brummte etwas Unverständliches. Und selbst hätte es Tirion verstanden, wären die Worte so von Hass getränkt gewesen, dass er es hätte ignorieren müssen.
Sie fesselten den Gefangen und zogen ihm die schwarze Kapuze vom Gesicht. Es war ein mittelalter Mann mit narbigem Gesicht. Er schwieg und regte sich nicht. Der Magier kniete sich zu ihm und liess kaltes Feuer in seinen Augen aufflammen. “Wir haben einige Fragen. Und du wirst sie uns beantworten.” Das Schweigen brach und der Gefangene stiess einen angsterfüllten Schrei aus.
Die Luft der Nacht war eisig. Der Kampflärm war schon bis ins Dorf gedrungen. Scheinbar wurden die Krieger von den Angreifern nun schon im Dorf zurückgedrängt. Tirion rückte seine rote Robe zurecht. Wie damals in der Ausbildung zog er die Kapuze über. Ausserdem, um der Kälte der Nacht zu widerstehen, zog er den ebenfalls roten Schal über das Gesicht. Dann hob er beide Hände zum Himmel. Er liess einen Feuerball in die Höhe schiessen, wie er es als Schreckmittel gegen wilde Tiere verwendete, nur viel grösser. Der Feuerball zischte und teilte sich in Feuerstrahle, welche sich in alle Richtungen verbreiteten und dabei immer dünner wurden. Das Licht des Feuers liess ihn einen Blick auf den Kampf erhaschen, welcher einige Hütten weiter tobte: Ein einzelner Kämpfer des Stammes stellte sich mit seinem Hirsch gleich fünf in dunklen Kutten verborgenen Feinden gegenüber. Die Arme waren von Schnitten übersäht und Blut tropfte über eine Hand. Mit Gebrüll schwang der Krieger eine grosse Axt, wodurch er den hervorschnellenden mit Schwertern bewaffneten Schattengestalten den Raum für einen Angriff nahm. Ähnlich tat es der Bär mit seinen Messerscharfen Klauen. Um ihn stand es jedoch schlecht. Das Fell war komplett getränkt von dunklem Rot und eine grosse Wunde auf seinem Rücken entblösste einen Lappen Fleisch. Die werden nicht mehr lange durchhalten, dachte Tirion.
Er rannte zwei Häuser weiter, bis er nur wenige Meter vor dem Kampfgeschehen entfernt war. Zwar war der Fernkampf gerade gegen mehrere Gegner sicherer, doch verbrauchte dieser zu viel magische Kraft, da die Kontrolle über das Feuer mit der Distanz exponentiell erschwerte. Er entschied sich für einen einfachen, aber sehr wirkungsvollen Spruch. Er streckte einen Arm aus und zielte damit auf die hin und her springenden schwarzen Silhouetten. Dann sammelte er sein magisches Potential tief im Bauch und liess es sprunghaft durch seine Seite in die Hand schiessen, wo er es zu einem Feuerball formte. Der erste faustgrosse Feuerball schoss aus seiner Hand hervor und erwischte mit voller Wucht den ihm nächsten Angreifer. Die Kraft des Aufpralls riss ihn von den Füssen und er ging schreiend in Flammen auf. Der Kampf hielt kurz inne und alle Beteiligten schauten sich um. Da schoss bereits der nächste Feuerball auf sich zu, verfehlte aber den ausweichenden Schwertkämpfer und traf krachend auf die Strasse. Das Überraschungsmoment war damit aufgeflogen. Doch hatte der Tiermensch mit seinem Gefährten sofort verstanden, sie stürzten sich mit neuem Mut in den Kampf.
Doch stand der Bär nun schon sechs Gegner gegenüber und sie hatten den Moment genutzt, um ihn einzukreisen. Ohne die Feuerbälle zu beachten, welche der Magier in ihre Richtung schoss machten sie den Bären gnadenlos nieder. Die Schwerter blitzten auf und schossen wie Nadeln aus allen Richtungen auf das Tier ein. Der Bär tobte und bäumte sich auf zwei Beinen auf und hieb nach seinen Widersachern, jedoch ohne Erfolg. Die Bewegungen wurden langsamer, doch die Hiebe gingen weiter, bis der Bär am Boden lag. Das gleiche durfte nicht mit dem Kämpfer passieren. Dafür musste Tirion sorgen. Doch hielten die Angreifer über dem Bären kurz still, hoben ihre Schwerter und grölten etwas. Es hörte sich nicht an wie ein Siegesschrei, sondern war er sprechrythmisch wie ein Gebet. Die Entscheidung dies zu tun war allerdings ihr aller Untergang, denn Tirion formte mit beiden Händen einen Feuerkreis um sie. Die hohen Flammen liessen kein Entkommen zu. Dann zog er den Kreis enger und liess schliesslich das Innere mit einem, vor Anstrengung ausgestossenen Schrei, in einem Flammenmeer aufgehen. Die Macht floss durch seinen Körper und berauschte ihn, obwohl er schockiert von der eigenen Grausamkeit war. Sowohl die Angreifer wie auch der bereits tote Bär standen in hellem, heissem Feuer. Verzweifelt versuchten sie sich unter Stöhnen und Schreien am Boden zu walzen, um den Flammen zu entkommen. Die Flammen kannten keine Gnade und frassen sich mühelos durch Stoff, Leder und Haut. Dann suchte Tirion den Kampf der beiden verbliebenen Kämpfer. Diese hatten sich zwischen zwei Hütten begeben wo der Stammeskämpfer, an die Wand gedrängt, keine guten Chancen hatte sich gegen die Hiebe des Schwertes zu wehren. Nur mit Mühe liess er langsam die Axt steigen und sinken, um zu parieren. Dann sah der Magier, wie nach einem heftigen Schlag die Axt aus der Hand glitt. Tirion schoss los. In der Bewegung konzentrierte er sich auf das Schwert des Angreifers und liess so viel Hitze hineinfliessen wie irgendwie möglich war. Das spürte auch der Träger, welcher das rasch glühende Heft überrascht fallen liess. Der Tiermensch bäumte sich mit letzter Kraft auf und verpasste ihm einen Faustschlag mit der noch nicht verletzten Hand. Schon war der Magier angekommen und trat das Schwert ausser Reichweite. “Wir brauchen ihn lebend!”, schrie er den nach einem im Gürtel steckenden Messer greifenden Krieger an. Dieser brummte etwas Unverständliches. Und selbst hätte es Tirion verstanden, wären die Worte so von Hass getränkt gewesen, dass er es hätte ignorieren müssen.
Sie fesselten den Gefangen und zogen ihm die schwarze Kapuze vom Gesicht. Es war ein mittelalter Mann mit narbigem Gesicht. Er schwieg und regte sich nicht. Der Magier kniete sich zu ihm und liess kaltes Feuer in seinen Augen aufflammen. “Wir haben einige Fragen. Und du wirst sie uns beantworten.” Das Schweigen brach und der Gefangene stiess einen angsterfüllten Schrei aus.
