| Marc Pelzer | Fabian Wiestner
Die weiche Unterlage musste aus Stroh bestehen. Er war nicht ausgekühlt und fühlte eine Decke über sich. In der Luft lag ein angenehmer Duft irgendwelcher wilder Beeren, doch die Kehle war ausgetrocknet. In Erwartung geblendet zu werden öffnete der junge Magier vorsichtig seine Augen. Doch dieser entgegen befand er sich im Dunkeln in einer der Hütten. Er hatte leichte Kopfschmerzen und grossen Durst. Auf einer Art Schlafmatte gebettet, fand sich Tirion am Boden neben einer nicht entzündeten Feuerstelle wieder. Er erhob sich, legte die Decke beiseite und klopfte sich die Kleidung sauber. Dann verliess er die kleine Hütte. Wieviel Zeit wohl vergangen war, seitdem ihn die Magie hatte bewusstlos werden lassen? Hatte das Mädchen überlebt? Tirion hoffte es. Die Sonne stand tief am Himmel. Es war später Nachmittag. Die frische kühle Luft wirkte erfrischend und er nahm einen langen und tiefen Atemzug. Die Kopfschmerzen liessen etwas nach. Eine junge Frau hatte auf sein Heraustreten gewartet, liess ihm aber genug Raum, um dies selbst zu realisieren. Die Blicke der Beiden trafen sich. Der Magier machte ein Schritt auf sie zu, während der Frau ihm zu verstehen gab, er solle ihr folgen.
Tirion wurde, wie er erwartet hatte, zu Thuli geführt. Sie sass auf einer Bank in ihrer Hütte. Neben ihr stand ein kleiner hölzerner Tisch, auf dem eine Teekanne und ein Becher standen, welche um einen weiteren Becher ergänzt wurden als er eingetreten war. Fragend blickte er in ihr Gesicht, als er die Hand nach dem Becher streckte. Sie nickte, griff nach der Kanne und füllte ihm Tee ein. Der Tee wärmte und weckte ihn auf. Das Gefühl der Stärke kehrte in ihn zurück. Gerade als er fragen wollte, was aus dem Mädchen geworden war, sprang die Tür auf. Fast hätte es sie aus den Angeln gehoben. Der grosse bärtige Mann mit lederner Kapuze, welcher ihn vor dem Ritual geweckt hatte, stand in der Tür. Auf seinen Schultern sass ein Falke. Der Mann machte erst gar keinen Versuch sich für das plötzliche Eindringen zu entschuldigen. Er erblickte Tirion und schien einen kurzen Augenblick zu überlegen, berichtete dann aber entschieden den Grund für sein Stören. “Gestalten treiben sich um das Dorf herum. Sie sind bewaffnet und es sind viele. Allein im Westen habe ich über drei Dutzend gesehen. Sie haben den Fluss überquert und kennen die geheimen Pfade. Bei Einbruch der Nacht werden sie hier sein. Was sollen wir tun?!” Tirion war beeindruckt und fragte sich, ob dieser Mann es schaffte auf irgendeine Weise mit den Augen des Vogels zu sehen. Gerade als er ihn ausgiebig musterte, drehte der Mann den Kopf und sah ihn direkt an. Es war beängstigend die Augen liessen eine nüchterne Entschlossenheit erkennen, die nur wenige Menschen auszudrücken vermochten. Tirions Blick wanderte auf den Boden. Dann erhob Thuli das Wort: “K’sar soll die Verteidigung vorbereiten, wir werden nicht klein beigeben, sollten diese Leute versuchen unseren Frieden zu stören. Wehrt euch!” Der Mann nickte ihre Richtung und verschwand, ohne auch nur das leiseste Geräusch zu machen.
Es herrschte Hektik im Lager. K’sar Guthun, ein stämmiger Mann mit langen weiss-grauen Haaren und einem dichten Bart war aufgewühlt. Niemals hätte er vermutet, dass die Zeit der Gewalt zurückkehren würde. Soweit er sich erinnern konnte, hatte sein Urgrossvater vom Krieg mit dem südlichen Stamm berichtet. Seitdem hatte sich der nördliche Stamm in die Ebene zurückgezogen und von der Welt abgekapselt. Scheinbar, hatte aber auch das nicht geholfen. Es zahlte sich jedoch etwas aus: Niemals hatte man es ausgelassen die Reisszähne scharf zu halten. Auch wenn die Krieger seit Generationen nicht eingesetzt wurden, so war die Tradition doch erhalten geblieben. Er war einer von ihnen. Nun stand er in seiner Hütte und blickte seiner Frau in die Augen. Diese hielt seinem Blick stand. Sie machte keine Anstalt ihn aufzuhalten oder mit ihm über das zu reden was passieren würde. Und genau deshalb liebte er sie. Das Erbstück seiner Familie, ein langes gekrümmtes Schwert, welches mit extra Klingen ausgestattet war, glänzte gefährlich im rötlichen Licht, dass durch das Fenster hereinfiel. Seine Frau reichte es ihm hoch zeremoniell und er nahm es entgegen. Dann beugte er sich vor, küsste ihre Stirn und schritt in die Dämmerung heraus. Vor der Hütte lag ein Bär, nicht irgendeiner, sondern sein Gefährte. Als er K’sar witterte erhob er sich. Der ausgewachsene und daher riesige Bär war auf allen vieren grösser als er. Zusammen bewegten sie sich auf eine bereits versammelte Gruppe von anderen Bären und Kriegern zu. Diese verstummten beim Anblick ihres Anführers. Viele von ihnen waren jung und unerfahren, jedoch gut trainiert. K’sar wartete und mit und mit kamen auch andere Stammesmitglieder und ihre Gefährten hinzu. Diese waren zwar keine Krieger, jedoch Jäger oder anderwärtig im Kampf erprobt. Obwohl sowohl Wölfe, Vögel, Luchse, Hirsche und Bären an einem Ort versammelt waren, gab es keinerlei Probleme. Die Verbindungen waren zwischen den Gefährten waren stark und fokussiert. Insgesamt waren es um die fünfzig Kämpfer, welche zur Verteidigung des Stammes berufen wurden. Das war vielleicht ein Zehntel des Stammes. K’sar sprach mit lauter Stimme, so dass alle ihn hören konnten: “Wir haben keine leichte Nacht vor uns meine Brüder und Schwestern. Es gibt da draussen Leute, die uns schaden wollen, die uns verletzen wollen, die uns töten wollen. Ihr habt sicher schon erfahren, dass wir den Angreifern zahlenmässig unterlegen sind. Doch wir haben Gefährten und Freunde. Wir kennen die Ebene. Dies ist unser Zuhause und wir werden es verteidigen! Wir werden uns wehren! Wir werden siegen!” Das Blinken von Krallen und Schwertern, von Augen und Zähnen erfüllte einen Moment bedrohlich die hereinbrechende Nacht. Dann teilte K’sar Guthun die Leute in Gruppen ein und teilte diesen Gebiete zu, die sie zu verteidigen hatten. Er selbst würde sich im Westen der grössten Gruppe von Feinden stellen. Schnell gruppierte sich die Ansammlung von Menschen und Tieren und eilte zu ihren Positionen. Die Sicht war schlecht, doch hatte K’sar jeder Gruppe einen Luchsmensch eingeteilt, welcher in der Nacht aufgrund der Fähigkeiten seines Gefährten ohne Probleme sehen konnte.
Die Dunkelheit hatte sich über die Ebene gelegt und ein leichter Schleier aus Nebel begleitete die sich ausbreitende Kälte. Obwohl sein Oberkörper nur von einem Schulterfell bedeckt war, fror K’sar nicht. Das Adrenalin überspielte alle anderen Empfindungen. Er lag mit seinem Bären in einer winzigen Mulde, die gerade genug gross für die beiden war. Von hier aus hatte er einen guten Blick auf den Pfad welcher zum Dorf führte oder den Hügel, den die Angreifer anderenfalls überqueren würden. Es dauerte nicht lange da tauchten Silhouetten im Mondschein auf. Sie liessen die Angreifer näherkommen, so dass sie sich zwischen den in Mulden und im hohen Gras verborgenen standen. Dann auf einmal erhob sich ein Gebrüll, dass dem Teufel den Atem verschlagen hätte. Er fasste sein Schwert fester, es ging los.
Tirion wurde, wie er erwartet hatte, zu Thuli geführt. Sie sass auf einer Bank in ihrer Hütte. Neben ihr stand ein kleiner hölzerner Tisch, auf dem eine Teekanne und ein Becher standen, welche um einen weiteren Becher ergänzt wurden als er eingetreten war. Fragend blickte er in ihr Gesicht, als er die Hand nach dem Becher streckte. Sie nickte, griff nach der Kanne und füllte ihm Tee ein. Der Tee wärmte und weckte ihn auf. Das Gefühl der Stärke kehrte in ihn zurück. Gerade als er fragen wollte, was aus dem Mädchen geworden war, sprang die Tür auf. Fast hätte es sie aus den Angeln gehoben. Der grosse bärtige Mann mit lederner Kapuze, welcher ihn vor dem Ritual geweckt hatte, stand in der Tür. Auf seinen Schultern sass ein Falke. Der Mann machte erst gar keinen Versuch sich für das plötzliche Eindringen zu entschuldigen. Er erblickte Tirion und schien einen kurzen Augenblick zu überlegen, berichtete dann aber entschieden den Grund für sein Stören. “Gestalten treiben sich um das Dorf herum. Sie sind bewaffnet und es sind viele. Allein im Westen habe ich über drei Dutzend gesehen. Sie haben den Fluss überquert und kennen die geheimen Pfade. Bei Einbruch der Nacht werden sie hier sein. Was sollen wir tun?!” Tirion war beeindruckt und fragte sich, ob dieser Mann es schaffte auf irgendeine Weise mit den Augen des Vogels zu sehen. Gerade als er ihn ausgiebig musterte, drehte der Mann den Kopf und sah ihn direkt an. Es war beängstigend die Augen liessen eine nüchterne Entschlossenheit erkennen, die nur wenige Menschen auszudrücken vermochten. Tirions Blick wanderte auf den Boden. Dann erhob Thuli das Wort: “K’sar soll die Verteidigung vorbereiten, wir werden nicht klein beigeben, sollten diese Leute versuchen unseren Frieden zu stören. Wehrt euch!” Der Mann nickte ihre Richtung und verschwand, ohne auch nur das leiseste Geräusch zu machen.
Es herrschte Hektik im Lager. K’sar Guthun, ein stämmiger Mann mit langen weiss-grauen Haaren und einem dichten Bart war aufgewühlt. Niemals hätte er vermutet, dass die Zeit der Gewalt zurückkehren würde. Soweit er sich erinnern konnte, hatte sein Urgrossvater vom Krieg mit dem südlichen Stamm berichtet. Seitdem hatte sich der nördliche Stamm in die Ebene zurückgezogen und von der Welt abgekapselt. Scheinbar, hatte aber auch das nicht geholfen. Es zahlte sich jedoch etwas aus: Niemals hatte man es ausgelassen die Reisszähne scharf zu halten. Auch wenn die Krieger seit Generationen nicht eingesetzt wurden, so war die Tradition doch erhalten geblieben. Er war einer von ihnen. Nun stand er in seiner Hütte und blickte seiner Frau in die Augen. Diese hielt seinem Blick stand. Sie machte keine Anstalt ihn aufzuhalten oder mit ihm über das zu reden was passieren würde. Und genau deshalb liebte er sie. Das Erbstück seiner Familie, ein langes gekrümmtes Schwert, welches mit extra Klingen ausgestattet war, glänzte gefährlich im rötlichen Licht, dass durch das Fenster hereinfiel. Seine Frau reichte es ihm hoch zeremoniell und er nahm es entgegen. Dann beugte er sich vor, küsste ihre Stirn und schritt in die Dämmerung heraus. Vor der Hütte lag ein Bär, nicht irgendeiner, sondern sein Gefährte. Als er K’sar witterte erhob er sich. Der ausgewachsene und daher riesige Bär war auf allen vieren grösser als er. Zusammen bewegten sie sich auf eine bereits versammelte Gruppe von anderen Bären und Kriegern zu. Diese verstummten beim Anblick ihres Anführers. Viele von ihnen waren jung und unerfahren, jedoch gut trainiert. K’sar wartete und mit und mit kamen auch andere Stammesmitglieder und ihre Gefährten hinzu. Diese waren zwar keine Krieger, jedoch Jäger oder anderwärtig im Kampf erprobt. Obwohl sowohl Wölfe, Vögel, Luchse, Hirsche und Bären an einem Ort versammelt waren, gab es keinerlei Probleme. Die Verbindungen waren zwischen den Gefährten waren stark und fokussiert. Insgesamt waren es um die fünfzig Kämpfer, welche zur Verteidigung des Stammes berufen wurden. Das war vielleicht ein Zehntel des Stammes. K’sar sprach mit lauter Stimme, so dass alle ihn hören konnten: “Wir haben keine leichte Nacht vor uns meine Brüder und Schwestern. Es gibt da draussen Leute, die uns schaden wollen, die uns verletzen wollen, die uns töten wollen. Ihr habt sicher schon erfahren, dass wir den Angreifern zahlenmässig unterlegen sind. Doch wir haben Gefährten und Freunde. Wir kennen die Ebene. Dies ist unser Zuhause und wir werden es verteidigen! Wir werden uns wehren! Wir werden siegen!” Das Blinken von Krallen und Schwertern, von Augen und Zähnen erfüllte einen Moment bedrohlich die hereinbrechende Nacht. Dann teilte K’sar Guthun die Leute in Gruppen ein und teilte diesen Gebiete zu, die sie zu verteidigen hatten. Er selbst würde sich im Westen der grössten Gruppe von Feinden stellen. Schnell gruppierte sich die Ansammlung von Menschen und Tieren und eilte zu ihren Positionen. Die Sicht war schlecht, doch hatte K’sar jeder Gruppe einen Luchsmensch eingeteilt, welcher in der Nacht aufgrund der Fähigkeiten seines Gefährten ohne Probleme sehen konnte.
Die Dunkelheit hatte sich über die Ebene gelegt und ein leichter Schleier aus Nebel begleitete die sich ausbreitende Kälte. Obwohl sein Oberkörper nur von einem Schulterfell bedeckt war, fror K’sar nicht. Das Adrenalin überspielte alle anderen Empfindungen. Er lag mit seinem Bären in einer winzigen Mulde, die gerade genug gross für die beiden war. Von hier aus hatte er einen guten Blick auf den Pfad welcher zum Dorf führte oder den Hügel, den die Angreifer anderenfalls überqueren würden. Es dauerte nicht lange da tauchten Silhouetten im Mondschein auf. Sie liessen die Angreifer näherkommen, so dass sie sich zwischen den in Mulden und im hohen Gras verborgenen standen. Dann auf einmal erhob sich ein Gebrüll, dass dem Teufel den Atem verschlagen hätte. Er fasste sein Schwert fester, es ging los.
