| Marc Pelzer | Reynal Juliandy
Es vergingen Wochen, bis sich der Hauptmann und die Hofmagierin erholt hatten. Sie waren in ihrem Kollaps mehrere Tage unansprechbar gewesen, wobei Yaena den Zusammenbruch wesentlich leichter weggesteckt hatte als Gemon. In dieser Zeit hatte der Herzog oft nach ihnen gesehen. Er hatte sich trotz der ungenauen Sachlage des Vorfalls eingestanden, dass sowohl Gemon wie auch Yaena ihn und das Herzogtum vor einer grossen Bedrohung bewahrt hatten. Vergessen war der Groll, den er gegen die Beiden gehegt hatte. Der Herzog hatte ausgiebige Untersuchungen eingeleitet, um zu erfahren welche macht sein Schloss und dessen meterdicke Mauern derart beschädigen konnte. Mehrmals, wenn auch nur kurz, waren die Berater zu Yaena gekommen und hatten ihre Aussagen aufgenommen. Sie hatten keine Ahnung was jüngst geschehen war und Yaena informierte sie über die Einzelheiten des Kampfes mit dem Magier und dessen untoten Marionetten, den Saatkristall und die mächtige Magie, die diesen zum Explodieren gebracht hatte. Doch vom Konflikt der Altvorderen erzählte sie nichts. Keiner hatte gemerkt welche ungeheure Macht nun in ihr schlummerte. Das sollte auch so bleiben, dachte Yaena, denn ihre Befürchtung, dass diese Macht vom Militär ausgenutzt werden würde, war in ihr sehr real. Immer noch erholte sie sich im Hospitalisierungszimmer des Herzogs, genoss das gute Essen und die Ruhe bis auf die Unterbrechungen durch die Kräutermeister, welche alle zwei Stunden pflegten nach Gemon zu sehen, welcher Tag für Tag bewusstlos auf der Pritsche in der anderen Ecke des Raums lag.
Eines Morgens fühlte sich Yaena stark, ihre Gelenke schmerzten nicht und die die innere Kraft schien praktisch vollständig wiederhergestellt. Mit gähnen stand sie auf und schritt zunächst ans Fenster, wo sie den Blick über die bewaldeten Hügel im Osten streifen liess. Die kühle Morgenbriese bliess ihr ins Gesicht und sorgte für ein schnelles Erwachen. Dann nach einigen Minuten, wie es ihr vorkam, drehte sie sich und schaute auf den Hauptmann in seinem Bett hinab. Zu ihrem Erstaunen wurde sie schnell emotional und merkte, dass obwohl sie versuchte hatte die Gefühle zu verdrängen, sie einerseits Liebe verspürte als sie auf ihn schaute und andererseits Schmerz, ihn so zu sehen. Sie wusste nicht genau was ihn getroffen hatte, aber Magie in diesem Ausmass war oft tödlich für normale Menschen. Sie konnte. Yaena konnte spüren, dass sein Herz schlug, doch war der Herzschlag im Verlauf der Tage immer schwächer geworden. Angst kam in ihr auf, dass er ihr nie wieder in die Augen blicken würde und in Stille vergoss sie eine Träne.
Als Hofmagierin war sie die erste Heilerin des herzoglichen Gefolges und so beschloss sie zu versuchen ihn zurückzubringen. Sie trat langsam näher an ihn heran und schärfte ihre Sinne. Der Steinboden war kalt an ihren Füssen und das weisse Seidentuch, welches man über ihn gelegt hatte um ihn zu wärmen war weich wie eine Feder. Sie faltete es teils herunter und schnürte die oberen Knoten des Hemdes auf. Anschliessend legte sie beide Hände flach auf Gemons Brust, jedoch ohne diese sinnlos einzudrücken. Die Haut war kalt und ölig. Was sie dann spürte, hatte sie noch nie zuvor gespürt. Nicht einmal aus Erzählungen des alten Meisters der sie Ausgebildet hatte kannte sie ein solches Chaos. Es schien als wäre die starke und bösartige Magie in ihm gefangen und versuchte permanent aus dem Körper auszubrechen. Daraufhin leerte Yaena ihren Kopf von Gedanken, fokussierte sich mit aller Macht auf die wirbelnde Energie. Ohne überhaupt zu wissen was sie tat, sog sie die Energie heraus und nahm sie in sich auf. Früher hätte sie so etwas verletzt, vielleicht sogar umgebracht, doch nun hatte es keinen Effekt, schien ihr fast schon natürlich abzulaufen. Ein Husten. Langsam öffnete Gemon die Augen und fing an beschwert vor Schmerz zu stöhnen. Yaena konnte es nicht fassen, Tränen flossen ihr übers Gesicht begleitet von einem unkontrollierten Lachen. Sie beugte sich vor und küsste ihr sanft.
Die Kapelle war gefüllt mit mindestens hundert Leuten, die sich in die noch so kleinste Ecke drängten. Jeder wollte die Helden von Varnas sehen, welche sich nun ehelichten. Nebst dem Geistlichen, welcher die Eheschwur vollzog, stand auch der Herzog als Schirmherr des Ganzen ganz vorne mit dabei. Er war stolz auf seine zwei Schützlinge und auch wenn er andere Pläne gehabt hatte, so hatten diese Beiden einander mehr verdient als sich irgendjemand vorstellen konnte. Deshalb hatte er nach deren Genesung sein Wohlwollen gezeigt und sie nahmen es dankbar an.
Nach dem Schwur küssten sie einander und schritten in magisch glänzender Kleidung die wohl die schönsten Stücke aller sieben Lande übertraf durch den Gang in den Hof. Und sowohl Gemon als auch Yaena waren glücklicher als jemals zuvor. Ihre Hände hielten einander fest umschlossen, als sie aus der düsteren Kapelle ins Licht des Innenhofs traten, wo sich weitere Leute versammelt hatten um das Paar zu beglückwünschen. Als sie inne hielten und dankend in die Menge winkten wurde Yaena eines bewusst. Sie war heute nicht nur die glücklichste Magier der sieben Herzogtümer sondern wahrscheinlich auch die mächtigste, denn Zera hatte zu ihr gesprochen und niemand auf der ganze Welt wusste davon.
Eines Morgens fühlte sich Yaena stark, ihre Gelenke schmerzten nicht und die die innere Kraft schien praktisch vollständig wiederhergestellt. Mit gähnen stand sie auf und schritt zunächst ans Fenster, wo sie den Blick über die bewaldeten Hügel im Osten streifen liess. Die kühle Morgenbriese bliess ihr ins Gesicht und sorgte für ein schnelles Erwachen. Dann nach einigen Minuten, wie es ihr vorkam, drehte sie sich und schaute auf den Hauptmann in seinem Bett hinab. Zu ihrem Erstaunen wurde sie schnell emotional und merkte, dass obwohl sie versuchte hatte die Gefühle zu verdrängen, sie einerseits Liebe verspürte als sie auf ihn schaute und andererseits Schmerz, ihn so zu sehen. Sie wusste nicht genau was ihn getroffen hatte, aber Magie in diesem Ausmass war oft tödlich für normale Menschen. Sie konnte. Yaena konnte spüren, dass sein Herz schlug, doch war der Herzschlag im Verlauf der Tage immer schwächer geworden. Angst kam in ihr auf, dass er ihr nie wieder in die Augen blicken würde und in Stille vergoss sie eine Träne.
Als Hofmagierin war sie die erste Heilerin des herzoglichen Gefolges und so beschloss sie zu versuchen ihn zurückzubringen. Sie trat langsam näher an ihn heran und schärfte ihre Sinne. Der Steinboden war kalt an ihren Füssen und das weisse Seidentuch, welches man über ihn gelegt hatte um ihn zu wärmen war weich wie eine Feder. Sie faltete es teils herunter und schnürte die oberen Knoten des Hemdes auf. Anschliessend legte sie beide Hände flach auf Gemons Brust, jedoch ohne diese sinnlos einzudrücken. Die Haut war kalt und ölig. Was sie dann spürte, hatte sie noch nie zuvor gespürt. Nicht einmal aus Erzählungen des alten Meisters der sie Ausgebildet hatte kannte sie ein solches Chaos. Es schien als wäre die starke und bösartige Magie in ihm gefangen und versuchte permanent aus dem Körper auszubrechen. Daraufhin leerte Yaena ihren Kopf von Gedanken, fokussierte sich mit aller Macht auf die wirbelnde Energie. Ohne überhaupt zu wissen was sie tat, sog sie die Energie heraus und nahm sie in sich auf. Früher hätte sie so etwas verletzt, vielleicht sogar umgebracht, doch nun hatte es keinen Effekt, schien ihr fast schon natürlich abzulaufen. Ein Husten. Langsam öffnete Gemon die Augen und fing an beschwert vor Schmerz zu stöhnen. Yaena konnte es nicht fassen, Tränen flossen ihr übers Gesicht begleitet von einem unkontrollierten Lachen. Sie beugte sich vor und küsste ihr sanft.
Die Kapelle war gefüllt mit mindestens hundert Leuten, die sich in die noch so kleinste Ecke drängten. Jeder wollte die Helden von Varnas sehen, welche sich nun ehelichten. Nebst dem Geistlichen, welcher die Eheschwur vollzog, stand auch der Herzog als Schirmherr des Ganzen ganz vorne mit dabei. Er war stolz auf seine zwei Schützlinge und auch wenn er andere Pläne gehabt hatte, so hatten diese Beiden einander mehr verdient als sich irgendjemand vorstellen konnte. Deshalb hatte er nach deren Genesung sein Wohlwollen gezeigt und sie nahmen es dankbar an.
Nach dem Schwur küssten sie einander und schritten in magisch glänzender Kleidung die wohl die schönsten Stücke aller sieben Lande übertraf durch den Gang in den Hof. Und sowohl Gemon als auch Yaena waren glücklicher als jemals zuvor. Ihre Hände hielten einander fest umschlossen, als sie aus der düsteren Kapelle ins Licht des Innenhofs traten, wo sich weitere Leute versammelt hatten um das Paar zu beglückwünschen. Als sie inne hielten und dankend in die Menge winkten wurde Yaena eines bewusst. Sie war heute nicht nur die glücklichste Magier der sieben Herzogtümer sondern wahrscheinlich auch die mächtigste, denn Zera hatte zu ihr gesprochen und niemand auf der ganze Welt wusste davon.
